Was ist Microsoft Copilot?
Microsoft Copilot ist ein KI-Assistent auf Basis großer Sprachmodelle, der Aufgaben in Microsoft-Produkten per Spracheingabe erledigt. Du formulierst einen sogenannten Prompt, zum Beispiel „Fasse diese E-Mail-Kette in drei Punkten zusammen“, und Copilot liefert dir sofort einen Vorschlag, den du prüfen und anpassen kannst. Der Name steht dabei für mehrere Produkte, die sich in Funktion und Preis unterscheiden. Wichtig ist deshalb zuerst die Frage, welche Variante du meinst, denn Microsoft 365 Copilot, der kostenlose Copilot für Privatnutzer und GitHub Copilot sind nicht dasselbe.
Welche Copilot-Varianten gibt es?
Microsoft nutzt den Namen Copilot für mehrere Angebote, die du kennen solltest, bevor du dich für eines entscheidest:
- Copilot für Privatnutzer: kostenloser KI-Chat im Browser, in Windows und als App, mit optionalen Bezahlabos für höhere Limits.
- Microsoft 365 Copilot Chat: kostenloser, geschützter Chat für Mitarbeiter mit Geschäftskonto.
- Microsoft 365 Copilot: kostenpflichtige Vollversion in Word, Excel, PowerPoint, Outlook und Teams mit Zugriff auf Firmendaten.
- Copilot Studio: Plattform zum Erstellen eigener KI-Agenten.
- GitHub Copilot: eigenständiger Assistent für Programmierer.
Wie funktioniert Copilot im Hintergrund?
Copilot kombiniert drei Bausteine: ein großes Sprachmodell, deine Daten und die Anwendung, in der du gerade arbeitest. Wenn du eine Anfrage stellst, sucht Copilot zuerst passende Inhalte aus deinen E-Mails, Dateien, Chats und Kalendereinträgen, auf die du ohnehin Zugriff hast, und gibt sie zusammen mit deiner Frage an das Sprachmodell weiter. Dieses Vorgehen nennt man Grounding. Als Standard nutzt Microsoft die GPT-Modelle von OpenAI, in Copilot Chat und Copilot Studio sind inzwischen auch Claude-Modelle von Anthropic als Option wählbar. Die Verarbeitung läuft über die Azure-Cloud von Microsoft.
Wie hilft Copilot in Word und Outlook?
In Word schreibt Copilot Entwürfe, überarbeitet Absätze, kürzt lange Texte oder ändert den Ton von sachlich zu freundlich. Du kannst sogar ein bestehendes Dokument als Grundlage nehmen und daraus ein neues Angebot oder einen Bericht erzeugen lassen. In Outlook fasst Copilot lange E-Mail-Verläufe zusammen, schlägt Antworten vor und hilft dir bei der Terminfindung. Das spart vor allem im Vertrieb und im Büroalltag Zeit, weil Routinetexte nicht mehr bei null beginnen. Lies das Ergebnis trotzdem immer kritisch, denn Fakten und Zahlen musst du selbst prüfen.
Wie unterstützt Copilot bei Excel und PowerPoint?
In Excel erklärt dir Copilot Formeln, erkennt Muster, bereinigt Daten und erstellt Diagramme auf Zuruf. Du fragst zum Beispiel, welche Produkte im letzten Quartal den meisten Umsatz gebracht haben, und erhältst die Antwort samt Visualisierung. In PowerPoint entsteht aus einem Dokument oder einer Gliederung ein erster Foliensatz mit Layout, Texten und passenden Bildern. Die sogenannten agentischen Funktionen in Word, Excel und PowerPoint sind inzwischen allgemein verfügbar. Dabei führt Copilot mehrstufige Aufgaben weitgehend selbstständig aus, du behältst aber die Kontrolle und gibst jedes Ergebnis frei.
Was kann Copilot in Microsoft Teams?
In Teams unterstützt Copilot dich vor, während und nach Meetings. Besonders praktisch ist das für Projektteams und Remote-Arbeit, weil niemand mehr jedes Detail mitschreiben muss. Typische Funktionen sind:
- Zusammenfassung eines Meetings mit Beschlüssen und offenen Aufgaben
- Antworten auf Fragen wie „Was wurde zum Budget besprochen?“
- Überblick über verpasste Gesprächsteile und lange Chatverläufe
- Vorschläge für Follow-up-Aktionen nach dem Termin
Für einige dieser Funktionen muss die Transkription aktiv sein. Informiere deshalb alle Teilnehmer vorab.
Was sind Copilot-Agenten und Copilot Studio?
Agenten sind spezialisierte Copilot-Assistenten für feste Aufgaben, etwa die Beantwortung von Fragen zu Personalrichtlinien oder die Bearbeitung von Kundenanfragen. Mit Copilot Studio baust du solche Agenten per natürlicher Sprache oder grafischer Oberfläche, ohne programmieren zu müssen. Interne Agenten innerhalb von Microsoft 365 sind für lizenzierte Nutzer ohne Zusatzkosten möglich. Für externe Kanäle wie Webseiten brauchst du einen eigenen Copilot-Studio-Plan oder eine nutzungsbasierte Abrechnung. Für die zentrale Verwaltung vieler Agenten bietet Microsoft zusätzlich Agent 365 an.
Was kostet Microsoft Copilot 2026?
Der Copilot für Privatpersonen ist kostenlos nutzbar, ebenso der geschützte Copilot Chat mit Geschäftskonto. Die Vollversion Microsoft 365 Copilot kostet extra: Zum Start lag der Preis bei 30 US-Dollar pro Nutzer und Monat, zusätzlich zur Microsoft-365-Lizenz. Seit dem 1. Juli 2026 gibt es für kleine Firmen eigene Tarife mit eingebautem Copilot, zum Beispiel Microsoft 365 Business Standard und Business Premium with Copilot. Gleichzeitig sind viele Microsoft-365-Abos je nach Lizenz teurer geworden. Prüfe die aktuellen Preise deshalb direkt bei Microsoft, denn sie ändern sich häufig.
Wie sicher sind deine Daten bei Copilot?
Bei der Arbeitsversion bleiben deine Inhalte im Microsoft-365-Tenant deines Unternehmens und werden laut Microsoft nicht zum Training der Basismodelle verwendet. Copilot zeigt dir nur Daten, auf die du selbst Zugriff hast, deshalb sind saubere Berechtigungen in SharePoint und Teams entscheidend. Für EU-Kunden verarbeitet Microsoft Copilot-Daten innerhalb der EU Data Boundary. Modelle anderer Anbieter laufen nach aktuellem Stand teils außerhalb dieser Grenze und sind für EU-Tenants standardmäßig deaktiviert. In die kostenlose Privatversion solltest du keine vertraulichen Firmendaten eingeben. Vor dem Einsatz im Unternehmen empfiehlt sich diese kurze Checkliste:
- Zugriffsrechte in SharePoint, OneDrive und Teams prüfen und aufräumen
- Datenschutzbeauftragten und gegebenenfalls den Betriebsrat einbinden
- Klare Regeln festlegen, welche Daten Mitarbeiter eingeben dürfen
- Agenten und zusätzliche KI-Modelle bewusst freigeben