Möglichkeiten, mit TikTok Geld zu verdienen
TikTok bietet mehrere Wege zum Einkommen. Der Schwerpunkt dieses Beitrags liegt auf dem Geldverdienen mit Videos, die anderen Möglichkeiten sind aber ebenfalls interessant:
- Creator Rewards Program: TikTok vergütet qualifizierte Aufrufe Deiner langen Originalvideos. Das ist der Hauptweg für Einnahmen direkt aus Videos.
- TikTok LIVE: Zuschauer senden virtuelle Geschenke, die Du in echtes Geld umwandeln kannst. Zum Live-Gehen brauchst Du in der Regel 1.000 Follower.
- TikTok Shop und Affiliate: Du erhältst Provisionen, wenn Zuschauer über Deine Videos oder LIVEs Produkte kaufen. Die Hürden unterscheiden sich je nach Land und Programm.
- Markenkooperationen: Unternehmen bezahlen Dich für Videos oder Erwähnungen. Eine feste Follower-Grenze gibt es nicht, entscheidend sind Nische und Zielgruppe.
- Affiliate-Links und eigene Produkte: Du verweist über Dein Profil auf Angebote, mehr dazu im Beitrag zum Affiliate Marketing.
Wichtig zur Einordnung: Den klassischen Creator Fund gibt es in Deutschland nicht mehr als eigenständigen Weg. Der TikTok Ads Manager ist ein Werbewerkzeug, bei dem Du für Anzeigen bezahlst, und keine Einnahmequelle. Er lohnt sich, wenn Du eigene Angebote bewerben willst, mehr zu Werbeformaten findest Du im Beitrag zu Display Advertising.
Voraussetzungen für das Creator Rewards Program
Das Creator Rewards Program ist TikToks Vergütungsprogramm für Videos. Damit Dein Konto teilnehmen kann, müssen mehrere Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein:
- Du bist mindestens 18 Jahre alt.
- Du wohnst in einem Programmland und Dein Konto ist dort registriert. Aktuell gehören unter anderem Deutschland, Frankreich, Großbritannien, die USA, Japan, Südkorea, Mexiko und Brasilien dazu.
- Du hast mindestens 10.000 Follower.
- Du hast in den letzten 30 Tagen mindestens 100.000 Videoaufrufe erreicht.
- Du nutzt ein persönliches Konto, kein Business-Konto. Laut mehreren Quellen muss das Konto zudem mindestens 30 Tage alt sein und in den letzten 30 Tagen mindestens ein öffentliches Video enthalten.
- Dein Konto hat keine aktiven Verstöße gegen Community-Richtlinien, Verhaltensregeln für Creator oder Urheberrecht.
- Deine Videos sind Originale und länger als eine Minute. Duette, Stitches, Anzeigen und gesponserte Inhalte werden nicht vergütet.
Sind die Bedingungen erfüllt, findest Du das Programm in TikTok Studio unter dem Punkt für das Belohnungsprogramm für Creator. Wohnst Du dauerhaft im Ausland, prüfe vorab, ob Dein Konto weiterhin teilnahmeberechtigt ist.
Qualifizierte Aufrufe, Einnahmen und Auszahlung
Vergütet werden nur sogenannte qualifizierte Aufrufe, nicht jeder einzelne View. Ein Aufruf zählt, wenn der Zuschauer das Video mindestens fünf Sekunden im Für-dich-Feed ansieht, bei Aufrufen über die Suche sind es mindestens 30 Sekunden. Mehrere Aufrufe vom selben Konto zählen als einer, Aufrufe mit „Nicht interessiert“ und Aufrufe aus Ländern ohne Programm zählen nicht.
Die Vergütung wird als RPM angegeben, also als Betrag pro 1.000 qualifizierte Aufrufe. Für Deutschland werden häufig Werte von etwa 0,40 bis 0,80 Euro genannt, einen festen Satz garantiert TikTok nicht. Ein Rechenbeispiel: 500.000 qualifizierte Aufrufe im Monat bei einem RPM von 0,60 Euro ergeben rund 300 Euro. Die Einnahmen werden monatlich abgerechnet, vorher musst Du eine Zahlungsmethode hinterlegen. Einnahmen sind steuerrelevant, bei regelmäßigen Einnahmen kann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegen. Das ist keine Steuerberatung, lass Dich dazu individuell beraten.
So entscheidet der TikTok-Algorithmus über Reichweite
Viral bedeutet auf TikTok, dass Dein Video weit über Deine Follower hinaus im Für-dich-Feed ausgespielt wird. Laut TikTok zählen dabei Nutzerinteraktionen, Videoinformationen wie Beschreibung, Sounds und Hashtags sowie Konto- und Geräteeinstellungen. Die Follower-Zahl spielt eine geringere Rolle als bei anderen Plattformen, deshalb haben auch kleine Konten eine Chance.
Nach verbreiteter Einschätzung testet TikTok ein neues Video zunächst bei einer kleinen Gruppe und weitet die Ausspielung nur aus, wenn die Signale stark sind. Laut Branchenanalysen zählen vor allem diese Signale:
- Durchschnittliche Watchtime und Abschlussrate, also wie viele Zuschauer bis zum Ende bleiben
- Wiederholungen, wenn jemand das Video mehrmals ansieht
- Shares und Speichern, die Interesse über das einfache Liken hinaus zeigen
- Kommentare und neue Follower, die durch das Video gewonnen werden
Vor dem Dreh: Nische, Format und Hook
Die Chance auf Viralität entscheidet sich schon vor der Aufnahme. Je klarer Dein Thema, desto leichter kann TikTok Dein Video der richtigen Zielgruppe zeigen.
- Nische und Nutzen: Formuliere in einem Satz, welches Problem Du löst oder welche Frage Du beantwortest. Bleibe bei einem klaren Themenfeld.
- Hook in den ersten ein bis drei Sekunden: Beginne mit einer Frage, einem überraschenden Ergebnis, einer klaren Aussage oder einem auffälligen Bild. Verzichte auf Begrüßung, Logo und lange Einleitung.
- Aufbau: Hook, kurzer Hauptteil, Auflösung. Wer neugierig macht, muss am Ende liefern, sonst springen Zuschauer ab.
- Format: Nimm hochkant im Format 9:16 mit 1080 x 1920 Pixeln auf, mit gutem Licht und klarem Ton.
- Originalität: Nutze Trends, aber mit eigenem Mehrwert. Fremde Clips oder Videos mit Wasserzeichen anderer Plattformen sind kontraproduktiv und für das Rewards Program nicht geeignet.
Beim Erstellen: Länge, Schnitt, Untertitel und Ton
Hier gibt es einen Zielkonflikt: Für das Creator Rewards Program muss ein Video länger als eine Minute sein, für maximale Abschlussraten sind kurze Videos oft einfacher. Mische deshalb beide Formate. Nutze kurze, knackige Videos für Reichweite und Follower, und Videos von etwa 61 bis 90 Sekunden mit straffem Tempo für die Vergütung.
- Schnitt: Entferne Leerlauf und Pausen, wechsle regelmäßig Perspektive, Bild oder Texteinblendung, damit das Tempo hoch bleibt.
- Untertitel: Viele schauen ohne Ton. Blende Text so ein, dass er nicht von Oberfläche, Beschreibung oder Buttons verdeckt wird.
- Ton: Spreche klar, nutze Musik nur dezent und achte auf das Urheberrecht. Verwende Sounds, die für Dein Konto und Dein Video zulässig sind.
- Loop: Ein Ende, das nahtlos zum Anfang passt, erzeugt Wiederholungen und damit zusätzliche Watchtime.
- Werkzeuge: Der TikTok-Editor oder Programme wie CapCut helfen bei Schnitt und automatischen Untertiteln. KI-Tools können Dir zusätzlich Hook-Varianten und Beschreibungen vorschlagen, prüfe sie aber immer selbst.
Beim Upload: Beschreibung, Keywords, Hashtags und Kennzeichnung
TikTok wird zunehmend auch als Suchmaschine genutzt. Beim Hochladen legst Du deshalb fest, wie gut Dein Video gefunden und eingeordnet wird.
- Cover: Wähle ein Bild, das den Nutzen sofort zeigt, gern mit kurzem Text.
- Beschreibung: Halte sie kurz, setze das Hauptkeyword an den Anfang, führe den Hook weiter und stelle eine Frage, die zu Kommentaren einlädt.
- Keywords: Verwende die wichtigen Begriffe in Beschreibung, Einblendungen und gesprochenem Text, damit das Video auch über die Suche auftaucht.
- Hashtags: Drei bis fünf passende Hashtags reichen. Sie helfen bei der Einordnung, ersetzen aber keinen starken Hook.
- Kennzeichnung: Markiere bezahlte Partnerschaften und Eigenwerbung über die Einstellung zur Inhaltsoffenlegung. Kennzeichne außerdem realistisch wirkende KI-generierte Inhalte.
- Einstellungen: Beachte, dass Duette und Stitches nicht im Rewards Program vergütet werden.
- Zeitpunkt: Nutze die Analysen in TikTok Studio, um zu sehen, wann Deine Zielgruppe aktiv ist, und teste verschiedene Zeiten.
Nach dem Upload: Auswertung und typische Fehler
Viral zu werden ist selten Zufall, sondern das Ergebnis von Testen und Auswerten. Beantworte in den ersten Stunden Kommentare, auch per Videoantwort, und pinne gute Fragen an. Schaue in TikTok Studio auf die Zuschauerbindung: Wo steigen die Leute aus? Dort liegt meist der Hebel für Dein nächstes Video. Videos in Serien, zum Beispiel Teil 1, 2 und 3, halten Zuschauer länger im Profil und erhöhen die Chance, dass Folgevideos ausgespielt werden.
- Lange Intros, Leerlauf und Clickbait ohne Auflösung
- Wiederverwendete fremde Inhalte oder Videos mit fremden Wasserzeichen
- Gekaufte Follower und künstliches Engagement, die gegen die Richtlinien verstoßen und Dein Konto gefährden
- Wiederholte Verstöße gegen Community-Richtlinien, die zum Ausschluss aus dem Creator Rewards Program führen können
- Unregelmäßiges Posten ohne Auswertung, wodurch Du nicht erkennst, was funktioniert
Häufige Fragen zu TikTok und Geldverdienen
Wie viele Follower brauche ich, um mit TikTok Geld zu verdienen?
Für das Creator Rewards Program brauchst Du mindestens 10.000 Follower und 100.000 Videoaufrufe in den letzten 30 Tagen. TikTok LIVE ist ab 1.000 Followern möglich. Markenkooperationen und Affiliate-Links haben keine feste Follower-Grenze.
Gibt es den TikTok Creator Fund noch?
In Deutschland wurde er durch das Creator Rewards Program abgelöst, das qualifizierte Aufrufe von Originalvideos mit mehr als einer Minute Länge vergütet.
Wie viel verdient man pro 1.000 Aufrufe?
Für Deutschland werden häufig etwa 0,40 bis 0,80 Euro pro 1.000 qualifizierte Aufrufe genannt. TikTok garantiert keinen festen Betrag.
Wie lang muss ein Video für das Rewards Program sein?
Es muss ein Original sein und länger als eine Minute dauern. Kürzere Videos werden nicht vergütet.
Wie geht ein TikTok-Video viral?
Ein starker Hook, hohe Watchtime und Abschlussrate sowie Wiederholungen, Shares, Speichern und Kommentare erhöhen die Chance auf eine breite Ausspielung. Eine Garantie gibt es nicht.
Muss ich TikTok-Einnahmen versteuern oder ein Gewerbe anmelden?
Einnahmen sind grundsätzlich steuerrelevant, bei regelmäßigen Einnahmen kann eine gewerbliche Tätigkeit vorliegen. Lass Dich dazu von einem Steuerberater beraten.